Richtung Saskia

Ich mußte Alidas Euphorie bremsen, als wir durch die Dunkelheit der Grube gingen, fielen mir Malcolms Warnungen ein. “Ruhig jetzt, und ganz leise. Wir wissen nicht ob jemand hier drin oder draußen in der Schlucht ist.” - “Stimmt ja, wir sind ja schon oben. Du, ich freu mich auf die Sonne.” - “Die wird schon tief stehen. Komm, eilen wir uns, aber geräuschlos.” Ohne Malcoms Kenntnisse war es nicht ganz einfach, aber wir fanden den Weg. Nach einigen Irrungen führte uns bläuliches, schwaches Licht vom Eingang her; dann standen wir in der Schlucht, der Himmel wurde schon dunkler. Keine idealen, glatten Wege mehr...dachte ich und ging vor, aber es tat mir auch gut, den alten gelben Leuchter am Himmel wieder zu sehen. Dann, am Waldrand, legten wir uns in den Schatten der Bäume und ich benutzte meinen Feldstecher, aber das war nicht nötig. Alles wie leer gefegt, noch nicht einmal Schafe. Wir warteten eine Weile, aber es blieb so. Raus aus dem Wald, schnell weg von dem Felsberg, und immer umsehen, aber mit jedem Meter sank natürlich die Gefahr, den Eingang zu verraten. Als wir die alte geduckte Hütte sahen, gingen wir aufrecht und geradeaus, und es war doch noch weit. Die Luft war klar, die Sicht gut, das Meer ruhig. Nur, kein Boot am Strand. Also heute nicht mehr zur Saskia, ahnte ich. In der Hütte brannte Licht, die Sonne war gerade untergegangen, schade, wir hätten sofort losfahren können.

Dann die nächste Überraschung, ich klopfte, und es tat sich nichts. Die Tür war nicht verschlossen, wir traten ein. Der Raum war leer, kein Feuer brannte. Alida sah mich unsicher an “stimmt etwas nicht? Du sagst gar nichts mehr.” - “Meine Freunde sind nicht hier, gehen wir zum Strand, vielleicht sind sie draußen.”  Der Strand war verlassen...wir gingen wieder hinauf, es wurde dunkel. Jemand kam auf uns zu, es war zu dunkel um zu erkennen, wer. “Who’s there?” Ich war erleichtert. Lornas Stimme. Sie kam auf uns zu, erkannte mich, sah zu Alida, erstarrte. Erst jetzt fiel mir ein, das mußte eine Enttäuschung für sie sein. Das ließ sie sich zwar nicht anmerken, bat uns herein, aber dann sah ich ihr Gesicht, und mißverstand...ich versuchte etwas zu erklären, aber sie wischte das weg wie Staub auf dem Tisch. Dann hörten wir was passiert war. Soldaten hatten ihre Brüder verhaftet, sie wußte nicht warum, war total nervös und - siehe da - unter einem Haufen Zeitungen hatte sie ein Funkgerät. Wir warteten während sie mit mehreren Nachbarn sprach, dann hellte sich ihre Miene auf. “These bloody Bastards...” es ging um eine Kleinigkeit, oder es war ein Vorwand. Jedenfalls waren Nick und John nur auf die Wache geholt worden, weil sie wohl nachts ohne Licht rausgefahren und von einem Militärschiff beobachtet worden waren. Sie würden morgen zurück kommen.

Sie wandte sich uns zu und meinte, das wäre hier normal. Die Saskia sei wohlauf, startbereit, aber das Boot käme erst am Morgen zurück, sie hatte es einem Nachbarn geliehen. Dann sah sie sich wieder Alida an, sehr genau. Nun, es gab ja auch viel zu sehen...und was sie dachte, blieb Alida nicht verborgen. Sie wußte ja auch von Lorna, von mir und wohl auch von Malcolm. Zögernd ging sie auf sie zu, ich sagte ihr wer das ist und warum sie bei mir ist. Lorna seufzte nur, und sagte etwas unverständliches. Alida versuchte in lupenreinem englisch, sie aufzumuntern....”it’s not you, it’s that bloody place.” bekam sie zur Antwort “well, leave it then.” - “I will, be sure about that, I will.” Sie ging raus, Wasser vom Brunnen holen. Alida kam zu mir “she’s completely down..ach..sie ist völlig fertig, Norman.” - “ja, und ich weiß auch warum.” - “Ach so? Oh..ja...Malcolm sagte sowas. Du, ich sage nichts dazu....” - “Na komm, nein, das nutzt ihr doch auch nichts. Weggehen sollte sie, und das bald.” - “Stimmt, das hilft endgültig. Läßt du mich machen? Ich kann sowas nicht mitansehen. Sie mag auch Frauen, hast du gesagt. Ich doch auch..sie muß nicht verzichten, oder wäre das sehr unanständig?” - “Wohl nicht, aber wenn du mich fragst, tu es nicht...wirklich, ihr ist nur zu helfen wenn sie diese Sackgasse Adarnia verläßt.” - “ Mag sein, ich weiß einen Mittelweg....” - “Gut, dann lasse ich halt dich machen.” - “So auch nicht, aber mach mit...”

Lorna kam wieder herein. Machte Kaffee, stellte Brot und Käse hin, aß selbst fast nichts und sagte dann offen und ehrlich, sie hätte sich auf eine Nacht mit mir gefreut, ob das nun nichts würde? Alida beugte sich zu ihr, sprach leise mit ihr, Lornas Miene hellte sich auf, aber nicht so ganz. Das wäre doch nicht möglich, sagte sie dann, aber wir überzeugten sie schließlich. Dann gingen wir zu Bett und nahmen Lorna in die Mitte, zogen sie gemeinsam aus und kuschelten mit ihr, tauschten auch sanfte Küsse....anfangs versuchte sie mich, und dann Alida, zu mehr hinzureißen - aber das gelang ihr nicht. Dann kam es wohl bei ihr an, daß sie nun zwei Freunde hatte, nicht einen flüchtigen Liebhaber. Sie entspannte sich....

Sie lag zwischen uns wie ein Kind bei den Eltern, still, tief atmend und nicht mehr traurig. Unsere Augen waren geschlossen, mal sagte Lorna einen halben Satz, dann Alida, dann ich. Vorsichtig tastete sich Alida an das heran was sie sagen wollte. Lorna ging mühelos mit und staunte wie ein Kind als ich dann einen Mélanaden aus dem Tuch wickelte und ihr gab. Alida hatte ihr fast nichts erklärt, nur daß sie um ihrer selbst willen ihr Leben ändern müsse, und wir sie bald mitnehmen würden, um ihr das zu erleichtern. Von Atlantis oder Avalonia fiel kein einziges Wort, Alida machte das gänzlich anders als Malcolm bei mir. Es war nur die Rede von einem neuen Anfang, für den Lorna allerdings alles hier aufgeben müssen, aber dazu war sie ohnehin schon bereit. Nick und John waren auch schon halb weg, wollten auf einem Schiff anheuern, erfuhren wir - und allein zu bleiben, das hätte der jungen schönen Frau noch gefehlt. Sie schlief noch vor uns ein,  ganz ruhig war sie geworden, und wir begnügten uns mit langen Blicken, um sie nicht zu wecken. Wir hatten ja den langen Törn nach Hamburg vor uns, viel Zeit zum Schmusen....

Es wurde hell, und jemand klopfte. Ein gewisser Mortimer brüllte herein, daß er das Boot unten angebunden habe, und ging. Lorna wachte erst auf als wir ihr eine Tasse Kaffee unter die Nase hielten. Dann blieb wenig Zeit, ich pfiff auf die Gefahr kontrolliert zu werden, und Alida wollte auch schnell los. Wir fahren ja weg, warum kontrollieren, sagte ich mir als wir im hellen Morgenlicht zur Saskia ruderten. Wir fanden meinen alten Kahn unverändert vor, fest vertäut, aber die Vorräte waren aufgefüllt worden. In der Kühlbox fanden wir jede Menge gefrorenen Fisch, daneben Bierkästen und geräuchertes Fleisch. Ich fand es nur schade daß wir John und Nick nicht mehr getroffen hatten, ich hätte mich gern bedankt. Es war aber hohe Zeit aufzubrechen, sagte mir ein Gefühl - die Maschine sprang brav an, vorsichtig tuckerten wir aus der Höhle, sahen die Bucht leer - Vollgas.  Nur in der engen Passage mußte ich noch einmal drosseln, aber im Tageslicht war das leicht zu fahren. Draußen auf See war weit und breit kein Schiff in Sicht, nichts wie weg, dachte ich und ließ die alte Saskia galoppieren. Drei Meilen können verflucht weit sein...aber es ging glatt, keine Patrouille, noch nicht mal ein Fischerboot. Alida sah verwundert zu wie ich Armaturen bediente, die ihr sehr kompliziert vorkamen. Auch fand sie, daß das Tempo des alten Eimers nun wirklich zu gering wäre, wo das Schiff doch solchen Krach machte. Mir fiel das auch auf, nach den vielen Gleiterfahrten war das höllisch laut, aber ich war das ja gewohnt. Nach einiger Zeit ging Alida zum Bug, und fummelte dort herum, auf dem Boden, nahm sich Werkzeuge, Eisenstangen..ich ging vor um zu sehen was sie da machte; ich fand eine Art Stern auf dem Boden vor, in der Mitte kleine Mélanaden, als Strahlen Eisenstangen, mit Draht zusammengebunden. “Hilf mir mal” sagte sie und versuchte, den Stern vorn etwas anzuheben ohne das Gebilde dabei zu zerlegen. Mit einigen Brettern gelang uns das, die Saskia hob sich an. Das Rauschen wurde leiser, die Bugwelle kleiner, aber wir fuhren fast doppelt so schnell. “Das war ein Experiment...” strahlte sie “ich wußte nicht ob das hier oben auch geht, und mit einen Schiff aus Eisen. Du kannst die Maschine drosseln, Norman.” Das war auch besser, die drehte gefährlich hoch weil die Schraube schon fast aus dem Wasser kam. “Laß es so, Alida. Noch höher, und der Diesel bekommt kein Kühlwasser mehr. Und fliegen möchte ich mit diesem Schiff lieber nicht.” - “Geht auch  nicht, wir könnten ja nicht steuern. Ich wollte nur etwas weniger Krach, und etwas Tempo. Ich kann es kaum erwarten. Wie lange werden wir wohl brauchen?”

“Nun, mit dem normalen Antrieb wohl etwa drei Wochen, mindestens. Kann auch länger dauern, je nach Wetter. So weit war ich noch nie gefahren, ich weiß es nicht genau.” - “Sollen wir auch deine Mélanaden verwenden? Dann kannst du diesen Motor ganz abstellen.” Ich winkte ab und erklärte ihr daß wir dann bald keinen Strom mehr hätten, keine Navigation, keine Lichter...und merkte daß jetzt ich der “Einführer” geworden war, was mir gar nicht schlecht gefiel.

Einführung, die zweite

Alida hörte geduldig zu, als ich ihr erklärte wie ein Eisenschiff funktioniert. Ich zeigte ihr den Motor, erklärte die Armaturen und erwartete daß der Vergleich sehr negativ für die Saskia ausgehen würde. So war das aber gar nicht, nur was Lärm und Dieselgestank anging, fand sie die Technik abstoßend...nun, schön fand ich das auch nicht. Der Steuerstand dagegen, mit seinem Computerschirm und Radar, GPS, Wetterdaten gefiel ihr gut. Später nahm sie dann auch einmal die Haspel, wunderte sich wie träge das Schiff den Bewegungen des großen Rads folgte, kam aber gut zurecht. “Ihr braucht ja eine Engelsgeduld, bei dem Tempo...” dabei machte die Saskia Fahrt wie eine moderne Motorjacht, ich war äußerst zufrieden.  “Alida, wenn wir in einen Hafen einlaufen mußt du deinen Stern aber schnell flach legen, sonst knallen wir ja wohl an die Kaimauer.” - “Es genügt die Steine rauszunehmen.” - “Ja, aber denk dran. Auch wenn wir einem größeren Pott begegnen, ist besser.” - “Pott?” - “Schiff. Tja, nun machen wir mal einen Sprachkurs.” - “Wieso? Deutsch kann ich doch.” - “Deutsch schon, aber Schifferlatein nicht.” - “Schiffer reden nicht deutsch?” - “Schon, aber mit etlichen Slangwörtern.” - “Ach, ist das kompliziert.”

Ich fing an mit der Waterkant, den Fischköppen, Luv und Lee...über den blanken Hans bis zu den vielen Begriffen für Seile und Knoten kamen wir allmählich zum Plattdeutsch...es tat mir gut daß sie nun das Problem hatte das ich jeden Tag erlebt hatte seit ich sie getroffen hatte, sich ein Bild aus all den Details zu machen. Später fragte sie ob ich ein Netz an Bord hätte, das hatte ich nicht, nur einen Kescher. Ach so..ein kleines Netz an einem Stiel. “Das wird reichen” sagte sie und nahm sich das Ding, fischte damit treibende Algen aus der See und verschwand damit in der Kombüse. Etwas später kam sie mit zwei Gläsern Cualarin nach oben.....”Donnerwetter, ist das so einfach zu machen?”  - “Es schmeckt ein wenig anders, sind wohl teilweise andere Algen. Aber das würde ich vermissen, und du sicher auch..?” - “Ja, wenn ich dran denke daß es unser Leben verlängern kann.” - “Nicht wegen dem Geschmack?” - “Weniger. Aber es macht auch so schön munter. Das werden wir nachts brauchen, wenn wir Wache schieben.” - “Wache schieben?”

Ich hatte nicht genug erklärt. Die Entfernungen hier oben sind nun mal größer, und das Schiff langsamer. Ich machte ihr klar daß wir nachts durchfahren müßten wenn sie dabei bleibe schnell nach Hamburg zu kommen. “Ich hatte ja nachts was anderes vor..” Ich mußte ihr den Autopiloten erklären, daß wir also ruhig stundenweise unter Deck verschwinden könnten, solange wir weit ab von der Küste fuhren. Aber auch jederzeit bereit sein mußten zum Steuerstand zu sprinten, um einem Schiff auszuweichen. Und daß ich nicht so recht den Mut hätte, schnurgerade nach Norden zu schippern, weil ich nicht der erfahrenste Seemann bin. Lieber in Küstensicht...”aber Norman, das ist doch viel weiter. Kannst du nicht direkt auf Spanien zuhalten und von da an der Küste lang? Europa anzusehen, das würde mir ja auch gefallen. Aber immer an Südamerika lang? Strand und Bäume, wochenlang?  nein, oder?” - “Kommst du klar, wenn wir in einen Hurrikan geraten? Ich kann das nicht, und bin auch nicht scharf drauf.” - “Hurrikan. Kreiselsturm. Aber der kann uns doch so richtig Schwung geben ...” Ich lachte leicht verzweifelt, stellte mir vor mit Wind im Rücken zu fahren, der uns glatt die Steuerkabine abreißen könnte...

“Aber doch nicht, wenn wir deine Mélanaden auch einsetzen, und fast ganz aus dem Wasser kommen. Dann werden wir so schnell wie der Wind, und nichts wird abgerissen.” - “Wir müßten ganz hoch, Alida. Hurrikane machen Wellen, die sind höher als die Saskia. Wenn wir da reinkrachen, in so einen Wellenberg, dann ist die Saskia hinüber.” - “eure Schiffe weichen also Kreiselstürmen aus? Hunderte von Kilometern weit?” - “Ja sicher.” - “dann gibt es auch keine Gefahr etwas zu rammen?” - “Sicher nicht, solange wir auf den Radar achten und nicht zu nah an die Küste kommen.” - “Dann laß mich nur machen, das bekommen wir hin. Steuer du ruhig direkt auf Europa zu, ich mache den Stern besser. Wir müßten wie hoch kommen?” - “Zehn, zwölf Meter. Aber nicht höher...ich frage mich ohnehin ob der Kahn das aushält.” - “Na komm, Wellen sind doch eine größere Belastung als Luft.” Das stimmte ja, aber mir war nicht wohl dabei. Alida holte sich mehr Drähte, meine Mélanaden und bastelte lange da vorne herum, ich merkte nur daß wir noch schneller wurden.  Schließlich ließ ich den Diesel nur noch Leerlauf machen, das reichte...und Alida gab mir Zeichen, sie war fertig. Langsam hob sie ihren Stern an, ich stellte die Maschine schnell ab. Tatsächlich kam die Saskia hoch, ohne zu krachen oder zu jammern, ganz ruhig. Alida schob den Stern vor, und das Tempo wurde atemberaubend. Ich rief ihr verzweifelt zu, laß das, du kannst doch nicht ausweichen wenn etwas quer kommt. Sie lachte und ließ den Stern wieder herunter, mit einer enormen Bugwelle tauchten wir wieder etwas ins Wasser ein, sie kam wieder zu mir. “ich wollte doch nur sehen ob es überhaupt geht. Das Schiff ist aus Eisen, es wundert mich daß es sich doch so gut heben läßt - Eisen sollte eigentlich schwächer ansprechen.” - “Das wird das Decksholz sein, das Kühlwasser, die Frischwassertanks. Aber mach das nur, wenn wir in einen Sturm geraten und über Funk kommt, alle Schiffe sollen die Häfen anlaufen.”

“Schade...wir könnten in zwei, drei Tagen ankommen.” - “Oder mit plattem Bug an einem Tanker kleben, nein, laß uns das mäßig genießen. Wir sind eh schon so schnell, daß andere Schiffe glauben, sie sehen den fliegenden Holländer.” - “???”

Ja, da mußte ich schon wieder erklären. Zwischendrin merkte ich daß es mir gefiel, mittten auf dem Atlantik zu fahren;  das Wetter war ruhiger als in Ufernähe, keine tropischen Gewitter, keine kleinen Boote, fast wolkenlos...”Alida, es hat doch auch Vorteile wenn wir uns Zeit nehmen. Erotische...ich frage mich ohnehin ob ich dir genüge...du bist ja weit mehr gewöhnt, und jetzt nur ein Mann?” - “Jetzt komm mir nicht wieder mit der alter-Mann-Story.  Du bist nicht alt, und überschätzt bei weitem, was wir so treiben; damals mit Eliador, da habe ich doch auch nur einen Mann gehabt, war viel jünger, aber meinst du es hätte mir was gefehlt? Wirklich nicht.” - “naja, und ab und zu einen Gast.” - “Ach, die paar Minuten, und das nur ganz selten. Wirklich, du überschätzt das - wohl auch weil du überall Gast warst...und das natürlich ausgekostet hast.” - “Ich weiß nicht. Letzte Nacht, wir und Lorna, ich habe nur ein wenig geträumt. Es wäre reizvoll gewesen...und Lorna hätte es wohl gefallen. Ist sowas bei euch erlaubt?” - “Es ist nichts wirklich verboten, Norman; aber Lorna ist was unsere Regeln angeht, noch Jungfrau. Das wäre wirklich verboten. Wäre sie ver...heiratet, dann nicht - wenn alle vier zustimmen, auch ihr Mann. Aber..so etwas habe ich noch nie versucht. Reizvoll...oh ja, unter sehr guten Freunden sicher in Ordnung.” - “Und als du damals in Köln warst?” - “Da hatte ich gerade Eliador verloren, ich habe keinen Mann beachtet. Und jetzt bist ja du da.” - “Und Frauen?” - “Du, ich hatte dir gesagt wie das bei uns ist, und du hast es akzeptiert. Machst du einen Rückzieher?” - “Nicht doch. Also, da war eine Frau.” - “Ja, eine. Ist das denn so schlimm?“ - “Aber nein, du mußt nur eines verstehen, wenn du so unbefangen wie du das gewohnt bist,  auf eine Frau zugehst - dann kann das richtig Ärger geben.” - “Aber warum denn nur? Ich will doch nichts Böses tun.” - “Ihr nennt es doch ‘die griechische Krankheit’ , das ist bei uns nicht so selten, und solche Frauen verlassen ihre Männer für eine Frau.” - “Aber die habe ich doch nicht. Ich würde dich nie verlassen. Ich würde doch nur große Zuneigung zeigen wollen..wenn überhaupt.” - “Ja, und wie soll die Frau die du umarmen möchtest das wissen? Sie kann wahrscheinlich nicht direkt verstehen.” - “Ach so...natürlich..sie würde denken...” - “und dich wahrscheinlich empört abweisen. Genau.” - “..und dann hätte ich Freundschaft beschädigt, wo ich sie zeigen wollte.” - “Richtig. Alida, du mußt mir versprechen das nur zu tun wenn eine Frau dir deutlich zeigt daß sie es auch will.” - “Gern. Na, dann lasse ich das mal besser ganz, biis ich eure Regeln besser verstehe. Was darf ich nicht tun, wo ist eure Grenze?” - “Du darfst umarmen, ohne anzubieten. Du darfst küssen, aber nicht so...” - “Küß mich mal so, wie es erlaubt ist.”

Ich küßte sie leicht auf den Mund, zog mich sofort zurück. “Ein Küßchen in Ehren darf niemand verwehren.” Sie lachte. “das ist aber mickrig...und so zeigt ihr Zuneigung?” - “Ja, so. Du kannst doch englisch...Understatement.” - “Heuchelei.” - “das ist ein deutsches Wort...” ich mußte lachen “aber es stimmt oft, ja. Aber so ist es.” - “Ja, aber..Norman..wenn mir eine Frau zeigt daß sie mehr will, dann muß sie also riskieren daß ich übel reagiere?” - “Das Risiko ist immer dabei, ja. Und bei einem Mann mußt du das unbedingt verweigern.” - “Das weiß ich, und das will ich auch so. Nur Du. Und deine besten Freunde also auch nicht, auch nicht kurz.” Ich lachte ziemlich heftig “besser nicht. Deren Frauen würden ganz schön ausrasten.” - “Gut. Und keinen Körper zeigen.” - “Am Strand  schon, oder bei privaten Treffen...wenn es alle so machen, das ist einfacher, das wirst du schon sehen.” - “ja, klar, das kenne ich schon. Na, dicke Bäuche wie bei Malcolm sind ja auch kein schöner Anblick.” - “Es gibt schlimmeres...sei einfach aufmerksam, du wirst schnell wissen was akzeptiert wird und was nicht.” - “Gut. Ich werde Werbung für Cualarin machen.” - “Ja, mach das. Hilft das wirklich so schnell?” - “Tja, an dir kannst du nur wenig bemerken...du warst ja nicht so geschädigt. Etwa vier Wochen, täglich ein Glas oder mehr, und Alterserscheinungen verschwinden.” - “Kaum zu fassen. Würde eine alte Frau wieder feste Brüste bekommen, volle Haare..?” - “Aber sicher. Und glatzköpfige Männer würden wieder schön buschig werden.” - “mach das..du wirst berühmt werden, und beliebt. Malcolm sagte sowas, du kannst heilen?” - “Ja... das ist gar nicht schwer. Das können bei uns viele.” - “Bei uns nicht. Versuch es, du wirst sehen, das wird gebraucht und wird dir viele Freunde einbringen.” - “...die ich dann nicht umarmen soll. Mensch, ihr seid wirklich kompliziert, aber gut, ich bin auch neugierig. Das muß ja auch sein Gutes haben.” - “Wenn du es findest, sag es mir.” - “Aha...du findest unsere Art inzwischen besser.” - “Ja. Ach komm, stellen wir den Autopiloten an, lassen wir die Theorie.” - “ich hatte schon befürchtet, auch zwischen uns würde es jetzt auch kühler.” - “Niemals...”

Alida mußte ihre Sturmtechnik nicht anwenden. Das Meer blieb ruhig, und ich schalt mich einen Hasenfuß weil ich Muffe gehabt hatte auf dem offenen Meer zu fahren, es war besser als gedacht. Mit Einführungen, angeln, gut essen, sonnenbaden - etwas das Alida endlos genießen konnte - vergingen Tage in denen wir kein Land sahen. Dann gingen die Wasservorräte zu Ende, wir liefen Porto auf den Kanaren an. Ich stattete Alida mit Unterhosen von mir aus, sie fand das ulkig, aber wir wollten ja shoppen gehen; auch so erregte sie noch Aufsehen. Ihr langes weites Kleid fiel total auf. Europäische Kleidung kannte sie ja schon, suchte sich zielsicher Sachen aus, in denen sie kaum weniger atemberaubend aussah; aber die wirkliche Sensation kannte ja nur ich. Sechzig Jahre alt...man hielt sie für Mitte zwanzig, und belächelte eher mich, wieder so ein alter Sack der sich eine junge Schönheit eingefangen hatte. Was solls,  ich genoß das. Alida wurde ständig angemacht. Das nervte sie eher, ich mußte ihr ein paar Takte über Südeuropa erklären. Abends saßen wir am Hafen und hatten ähnlich gutes Essen wie in Atlantis, auch die Landschaft war ja ganz ähnlich. Alida fühlte sich fast wie zuhause, wir blieben bis es ganz dunkel war und fuhren dann in die Nacht hinaus.

Die Entfernungen ab hier konnte ich besser einschätzen, war echt verblüfft wie schnell die potugiesische Küste in Sicht kam. Alida gab ihr Tempo-drängeln auf, wollte öfter mal kurz in einen Hafen, Südeuropa gefiel ihr. Dann, in der Biskaya, erwischte uns doch ein Sturm - nicht so schlimm daß man nicht fahren konnte, aber auch deshalb keine Möglichkeit abzuheben und dem Sturm davonzugleiten; es fuhren zu viele Schiffe. Nun, bis zur Normandie war es nicht weit , aber Alida machte Bekanntschaft mit der Seekrankheit; als es wieder ruhig wurde, schlief sie wie eine Tote. In dieser Zeit baute ich schon mal ihren Stern ab , der Verkehr wurde dichter, ich ließ es lieber ruhig angehen. Wir waren im Kanal, als sie wieder auf Deck auftauchte. Es war merklich kälter geworden,  Nebelbänke zogen vorbei, zum Glück zog es sich nicht ganz zu. Die riesigen Schiffe machten ihr Angst, sie übernahm nachts nicht mehr das Steuer und ich war bald übermüdet, freute mich endlich anzukommen - an den Nordseeinseln ging es vorbei ohne noch Häfen zu besuchen. Die Unterelbe zog sich endlos hin, als Hamburg auftauchte war ich ehrlich geschafft. Der Hafen beeindruckte Alida sehr, der Lärm weniger, auch ich fand es hier hektisch...früher nie....aber jetzt sehr. Als wir festmachten, war ich erleichtert, auch weil Malcolms Motorpflege sich bewährt hatte, wir waren ohne jede Störung durchgekommen, fiel mir jetzt erst auf. Na gut, der alte Diesel hatte ja auch kaum etwas zu tun gehabt.

Alida war auch zu müde um noch einen Stadtbummel zu machen; wir gingen direkt zu meiner Wohnung und auch bald schlafen. Um etwas Ruhe zu haben, hatte ich niemandem Bescheid gesagt daß ich zurück war. So konnten wir lange schlafen und morgens erst einmal einkaufen, den Kühlschrank auffüllen - dann rief ich bei der Redaktion an, meldete mich zurück - die würde dann schon dafür sorgen daß abends das Telefon öfter klingen dürfte, da war ich mir sicher.

Hamburg, und andere Stolpersteine

Es war nicht so schlimm. Holger rief an, das hatte ich auch erwartet. Überrascht daß ich schon zurück war, machte er sich Sorgen ob irgendetwas schief gelaufen wäre, aber das war ja wirklich nicht so, was aber anstand, das sagte ich ihm nicht, er würde mir ohnehin kaum glauben, sagte ich mir. Dann ein Redakteur..nein, direkt wieder arbeiten, das wollte ich nicht. Gut, er wollte mir ein Manuskript rüberfaxen, etwas zuhause überarbeiten, das ginge doch wohl? Klar, sagte ich und hatte bald zehn Seiten vor mir, schreckliches deutsch, aber was solls...ein bißchen Geld schadet nie. Zwischendrin gab ich Alida ein paar Erklärungen wie mein Job so ablief. Ich hatte es nicht erwartet, aber sie sagte sofort, wenn du so viel reisen mußt, dann fahre ich auf jeden Fall mit. Wieder ein neuer Horizont, dieses Glück hatten meine Kollegen nicht.  Deren Frauen bleiben immer zuhause..Alida konnte das gar nicht verstehen.

Den Tag verbrachten wir also ruhig, später am Abend machten wir dann den obligaten Stadtbummel, und das war es dann auch schon. Dann kam es, der notwendige Besuch beim Standesamt. Alida war nervös, und ich gespannt ob man irgendetwas an ihrem Paß bemerken würde....”also, Miß Deventer, Herr Weinstein, dann kommen sie in vierzehn Tagen her...wenn sie es sich nicht anders überlegen. Eine so junge Frau...überleben sie das?” Der Mann hinter dem Schreibtisch kniff ein Auge zu, ich verstand ihn, Alida nicht. Sie wollte protestieren, ich schob sie schnell aus dem Zimmer. “Sei doch froh daß es problemlos läuft, Alida.” - “Ja, aber..das war unverschämt. Ich bring’ dich doch nicht um!” - “Alida, du weißt nicht genug von dem was du als ‘Altererscheinungen’ abtust - er hat nicht unrecht, aber das war auch ein Scherz. Er hat gezwinkert, das war nett gemeint.” - “Na, also...ich kann also eine Unverschämtheit sagen und zwinkern, und das heißt, ich meine das ganz anders?” - “Genau. Nimm’s leicht. Wir sind durch, das war einfach. Zeig mal deinen Paß...” Ich sah rein, da war ihr Alter auf dreiundzwanzig datiert. “Das war deine Rathurnida, die hat dir das eingebrockt. Sie hat dich total jung gemacht.” - “Ich denke, jung sein ist positiv?” - “ja, aber wenn ein alter Mann eine junge Frau heiratet, das weniger.” - “ich fange an zu verstehen....deshalb dein Gerede vom alten Mann.” - “Vielleicht auch, ja. Aber das fühle ich auch so. Manchmal, vor allem wenn du nackt vor mir stehst.” - “Aber...das müßte doch ich sagen, und ich sehe auch dann keinen Grund zur Klage. Trink mal schön oft Cualarin, dann vergeht das schon.” - “da müssen wir immer Algen fischen gehen.” - “Aber gern. Ich bring dir bei, das Zeug zu machen.”

Auf dem Standesamt wurde nicht danach gefragt, später bei Besuchen meiner Kollegen schon, wir hatten uns die Sprachregelung ausgedacht, Alida komme von einer Insel ‘nördlich von Falkland’ was ja stimmte; denn lügen wollte ich nicht, und sie konnte es nicht. Von Avalonia sagten wir natürlich nichts, wollten ja nicht zu Unrecht als Fantasten gelten. Zum Glück kannte sich dort keiner aus, und später, sagten wir uns, wird ja keiner mehr fragen. Es gab nur eine Klippe, das wußte ich, nämlich der Typ, der mich auf die Idee mit dem Schiff gebracht hatte: Holger, und seine Frau Vanessa. Mit den beiden hatte ich schon Fahrten gemacht, wir waren eng befreundet. Daß diese zwei etwas mehr fragen würden, war klar - wir waren uns nicht ganz einig wie wir mit ihnen verfahren sollten. Ich schob den Besuch hinaus, wir versuchten uns auszudenken was man erzählen könnte und was besser nicht; Alida war der Meinung, einfach die Wahrheit sagen und es ihnen überlassen ob sie’s glauben oder nicht - ich fürchtete um meinen Ruf als sachlicher Journalist. Schließlich hatten wir einen Dreh gefunden , sagten uns, wenn sie nach den Gebräuchen ihres Landes gefragt würde, sollte sie ruhig die Wahrheit sagen, aber alles über Mélanaden, Atlantis und dessen Geschichte vermeiden, dann würde es schon gehen. Daß Holger nie so weit im Süden gewesen war, wußte ich, da konnte nichts schiefgehen.

Drei Tage vor der Hochzeit rief er an und lud uns ein “wenn schon kein Polterabend, dann wenigstens ein gemütliches Zusammensein am Kamin, und ein wenig Seemannsgarn - kommt einfach rüber.” Alida freute sich, mir war etwas mulmig. Ich würde mich bestimmt verplappern, das war mir klar. Na, Holger trank gern einen zuviel...mit etwas Glück würde er es nicht merken. Wir stiefelten los.

Weit war es ja nicht, wir wohnten beide nördlich der Alster, alte Villen, Bäume...Alida mochte die Gegend. Wir holten noch Blumen und ein Fläschchen Grog für ihn, und bald standen wir vor der Tür. Wir wurden herzlich empfangen, und natürlich, die erste Klippe kam sofort. Holger starrte Alida an “also, alles hätte ich erwartet, nur nicht eine so junge Frau. Und das bei einem so gut geprüften Junggesellen...Alida, das mußt du uns erklären, wie du den alten Norman eingewickelt hast.” Das war ganz positiv, aber Alidas schlichte Ehrlichkeit “aber nein, ich bin sechzig..” kam natürlich als Lüge an. “ist ja nett daß du ihn das nicht spüren läßt, aber laß mal. Wir verstehen das ja, aber du kannst ruhig die Wahrheit sagen, ist okay.” - “Aber das ist die Wahrheit.” Ich bestätigte das auch, Holger rang um Fassung. Er wollte dann auch nicht weiter fragen, war etwas befangen, wir tranken erst mal einen. Vanessa musterte Alida gründlich, sagte zwar nichts, glaubte das aber wohl auch nicht. “Wenn wir das begreifen sollen, mußt du wohl die ganze Geschichte erzählen. Also, du bist losgefahren, und dann?” sagte er schließlich “du bist jedenfalls nicht auf Frauenjagd gegangen, das kannst du mir nicht erzählen. Also wie dann?”

Ich versuchte nicht zu haarklein zu erzählen, aber daß die Reise durch Motorschaden und die Begegnung mit Malcolm anders gelaufen war als geplant, das sagte ich schon. Sie hörten ruhig zu, und ich ließ eigentlich nur die Fahrt durch den Tunnel, das Tor und die Heimlichkeit den Briten gegenüber aus, und ging direkt dazu über, Alida als Fremdenführerin einzuführen, die mir ihre Heimat erklärt und dabei mein Interesse geweckt hatte. “Na, sie wird dich ja nicht gleich vernascht haben...pardon, Alida...du hast doch immer die Flucht ergriffen, wenn es zu ernst wurde. Norman, Norman..du warst doch nicht etwa besoffen?” Alida schüttelte sich vor Lachen. “Laß mich mal, Norman.”  Holger sah sie erwartungsvoll an “ich habe ihn zu mir eingeladen, als ich gemerkt habe daß ihn das freuen würde” sagte sie ganz einfach, aber Holger war nicht blau. “Gemerkt..gesagt hat er das nicht, so kenne ich ihn. Das berühmte zu mir, oder zu dir - das bringt er nicht.” Alida kannte das wohl aus Köln “nein, so nicht. Zu ihm wäre wohl auch etwas weit gewesen.” Sie lachten, immerhin. “Also, woran hast du das gemerkt?” fragte Vanessa “ich lerne gern was neues.” - “Ich habe ihn gelesen...ich weiß, das ist hier unüblich. Aber bei uns normal, also, ich wußte daß er das dachte und nicht zu sagen wagte.” - “das klingt allerdings nach Norman. Da hast du ihn also eingeladen. Und er hat ja gesagt?” - “Ja, klar. Wie nennt ihr das doch - Liebe auf den ersten Blick .” - “Im Ernst...Mensch, das ist ja schön.” Vanessa war zufrieden, das verstand sie - Holger mußte es verdrängt haben, bei ihm und Vanessa war das damals auch so gewesen, zu meinem Nachteil übrigens.

Holger war nicht zufrieden. “Könntest du mich auch lesen? Oder geht das nur bei dem den man liebt?” - “Aber sicher. “ - “Was denke ich gerade?” - “das sage ich besser nicht.” Holger wurde rot “Danke...verblüffend..ich glaube dir.” Vanessa sah ihn an “na, was denn? Sag es schon.” - “Nein.” - “Alida, sagst du es mir? Er ist albern, was er auch denkt, ich bin seine Frau...” Alida sah mich hilfesuchend an “Mach nur, an einen Mord wird er schon nicht gedacht haben.” - “Holger hätte es gern, wenn ich meine Bluse aufmachen würde.” Holger sah unter sich, Vanessa lachte. “Das hätte ich mir denken können, typisch Holger. Nicht sauer sein, Alida...verflixt, dann weißt du ja auch...?” - “ja, daß du das auch gedacht hast. Ihr müßt eines wissen, das würde nichts nutzen. Mein Alter sieht man mir nicht an, aber ich kann euch gern helfen eure Falten loszuwerden. Frag Norman.” - “Ja, ich dachte schon, der sieht jünger aus. Das warst du, dachte ich.” Vanessa beugte sich gespannt vor “geht das wirklich?” - “Ja, und ist ganz einfach” schaltete ich mich wieder ein “ein Getränk aus Algen.” - “Soso, und da bringst du mir Grog mit. Das will ich kennen lernen. Ihr zwei, auf Ehre und Gewissen, Alida ist wirklich sechzig?” - “Hoch und heilig, ja. “

Schweigen. Holger goß die Gläser nach “ewige Jugend? Das kann ich nicht glauben.” - “Nicht ewig; aber schön lange , bis kurz vorm Ende, kannst du so aussehen wie mit dreißig. Das Leben verlängern, das kann niemand.” - “Bis kurz vorm Ende...unglaublich...” echote Vanessa, wußte sichtlich nicht was sie sagen sollte, fing einen Satz an, brach wieder ab, dann kam es “Also, ich weiß nicht ob dir Norman erzählt hat daß wir uns so ziemlich alles sagen können, hier in diesem Kreis. Wir sind sehr gut befreundet. Wenn er mich bitten würde mich ihm nackt zu zeigen, ich würde es tun. Darf ich dich bitten, ganz kurz..ich bin so neugierig..soll Holger rausgehen?” Wieder sah mich Alida hilfesuchend an “das kannst du machen, Liebes. Ganz nackt muß ja nicht sein..” - “mach ich auch nicht.” Alida zog einfach die Bluse aus, mehr natürlich nicht. Vanessa atmete tief ein, Holger glotzte.  “Unfaßbar...” Vanessa kam näher “und so könnte ich auch wieder aussehen? Ohne Messer, ohne Tricks?” - “In vier Wochen etwa, so lange dauert es schon.” - “Das mußt du mir beibringen. Nein, das kann nicht sein. “ Vanessa zog ebenfalls die Bluse aus, auch den Bh. “Das bekommst du hin?” - “Aber ja..nicht ich, das Getränk. Schmeckt aber ungewohnt, ich warne dich.” - “ich würde Säure trinken, wenn das so wirkt... “ Vanessa lachte erleichtert “nun guck nicht so, Holger. Würdest du dich nicht freuen?” - “Aber sicher. Und ich, Alida? Würde mir das auch was bringen?” - “Falten, Haare, Schmierbauch...ja, Holger. Aber der Bauch...weniger Bier würde auch schon helfen, und wenn der verschwinden soll...also, jedenfalls solltest du drüber nachdenken.” - “Mach ich, wenn das wirklich funktioniert. So hast du das also mit Norman gemacht. Also, wenn du Kunden suchst, hier sind sie. Verkauf uns das. “ Holgers Gesicht sagte mir eindeutig daß er nicht beim Thema war - aber immerhin sehr zufrieden. Die Klippe, die ich befürchtet hatte, gab es also nicht. Entspannung war angesagt...

Alida lächelte “Ich bring euch bei das selbst zu machen. Ziehen wir uns wieder an, oder..?” Vanessa legte einen Arm um sie “Warum eigentlich? Ich seh mir gern an, was bald mit mir passiert. Und dir scheint das ja nichts auszumachen.” - “nein, warum auch. Wir sind da wenig empfindlich, und ihr auch nicht - hat Norman gesagt.” - “Da hat er Recht. Bei euch läuft alles ganz anders, was? Erzähl uns davon, du hast uns mächtig neugierig gemacht.” Vanessa und Holger waren wieder ganz ruhig, belogen fühlten sie sich nicht mehr, fragten eifrig und bekamen auch Antworten, die allerdings immer wieder Verwunderung auslösten, ich kannte das ja schon. Als Vanessa und Holger einmal kurz in der Küche waren, fragte mich Alida verwundert, die Hamburger wären ja gar nicht so verklemmt wie ich sie geschildert hätte?

“Sind sie schon. Aber diese zwei, wir kennen uns schon lange. Wir gehen auch schon mal nackt baden, also, hier mußt du nicht so vorsichtig sein. Das ist auch kein erotisches Interesse, das ist schlichte Neugier.  Du machst den beiden eine große Freude, wenn du ihnen das Cualarin nahelegst..hier kannst du anfangen, ich hatte es ja schon gesagt.”

Sie kamen wieder rein, brachten Snacks, weiter ging es, Fragen hin und her, zum Glück fiel kein Wort über Atlantis. Natürlich wurde es lockerer, meine Freunde merkten schnell daß sie mit Alida umgehen konnten wie mit mir;  Geschichten hin und her, gute Laune, und schließlich Musik...Alida gefiel es gut als wir dann ein wenig tanzten, nur Holger war etwas befangen, ihre nackten Brüste zu spüren. Er sah sich satt daran, und ich mußte im Flüsterton Vanessa ein paarmal versichern, daß ihre Schönheit nicht so unter den Jahren gelitten hätte wie sie das sah. Dann geschah es, Holger küßte leicht angetrunken Alida und war wohl erstaunt daß sie so gut mitging....Vanessa wunderte sich erst über Alida, dann über mich “sie macht das mit..und du sagst nichts dazu...ja, ist das normal da unten?” - “Völlig. Wenn es dich stört..soll ich es ihr sagen?” - “nein, laß mal...aber fragen muß ich sie danach, das interessiert mich jetzt.” Vanessa ging zu Alida, wartete bis der Kuß zu Ende war, grinste über Holgers schuldbewußte Miene “Alida, nicht falsch verstehen. Macht nur...aber sag mal, das heißt ja wohl nicht daß du untreu werden könntest? Oder darf man das bei euch?” - “Untreu werden..du, dasdas ist ja wohl etwas Anderes. Küssen tun wir gern, und oft, und unter Freunden..also, wenn du mit Norman knudeln willst, kein Problem. Aber er geht nachher mit mir heim.” Vanessa kicherte “natürlich...hey, warum nicht. Solche Sitten mag ich.”

Was hätte ich darum gegeben, vor über dreißig Jahren, mit Vanessa auf der Couch zu hängen und zu knudeln...sie hatte sich dann aber für Holger entschieden; nun taten wir das, und Alida mit Holger, gleich neben uns. Vanessa war nicht ganz bei mir, bekam ganz genau mit daß Alida nicht Holgers Hände auf ihren Brüsten duldete, keinen Griff zwischen die Beine, keinen Versuch sie ganz auszuziehen..und natürlich versuchte Holger das. Langsam begriff er, wie das zu laufen hatte, wie ich bei Vahrsonia. “das ist ganz was Neues für mich..” flüsterte Vanessa mir zu “das finde ich richtig gut. Und du versuchst gar nichts... ganz entspannt schmusen, das mag ich. Verbringen wir den ganzen Abend so?” - “Ja, tun wir doch schon. “ sie kicherte “ich weiß nicht wie dir das geht, aber das kann ich nicht. Das wird mir zu heiß, ich bin das nicht gewöhnt. Mach mal langsam...” Sie atmete tief durch “aber schön ist das.” Holger kam ebenfalls hoch, auch er sehr erhitzt “Ein bißchen wie eine Party vor -zig Jahren.” Vanessa nickte “und die mochten wir doch alle, oder? Sagt mal, könnte ich auch mit Alida knudeln? Es würde mich reizen.” Alida nickte nur, Vanessa zögerte keine Sekunde, umarmte sie für einen langen Kuß...Holger sah zu als sähe er Gespenster. “Aber Vanessa...” stammelte er, Vanessa löste sich von Alida “Holger, spinn nicht rum. Du bist achtundfünfzig, ich ein Jahr jünger. Also...wir sind noch nicht reif für’s Altersheim.”

Wir setzten uns auf, und bekamen zu hören, ich hätte sie mit auf die Reise nehmen sollen. “ich hätte nie gedacht daß man sich so nahe kommen kann ohne.. .ihr wißt schon. Alida, ist das normal bei euch oder bist du etwas weiter gegangen als üblich?” Vanessa war erhitzt, ordnete ihre Haare, zog ihre Bluse an, schloß sie aber nicht. “das ist schon ganz normal, nur müssen wir bei uns den Männern nicht auf die Finger hauen. Die lernen schon als Kinder, daß küssen und lieben zwei paar Dinge sind. Holger, nicht? Du dachtest..?” - “Ja, entschuldige. Bei uns sind solche Küsse ein Vorspiel.” - “Ich weiß. Mußt dich nicht entschuldigen, aber das darfst du ohne Einladung der Frau niemals versuchen.” - “Mach ich nie wieder. Schon damit du einmal wieder mit mir knudelst... .Vanessa, okay?” - “Ich hab’s auch genossen. Einladung der Frau? Kann eine Frau..einen Freund vernaschen?” Alida wollte antworten, ich bedeutete ihr das nicht zu tun. “Vanessa, überleg dir gut ob du die Antwort hören willst. Sprich lieber mit Holger, das machen die ganz anders als wir.” - “Unsinn. Wären wir mitgefahren, wir wüßten es ja schon. Sag es bitte, Alida.”

Alida erklärte also wie eine Begrüßung auf Avalonia laufen kann , und legte großen Wert auf das kann , sah mich an um zu sehen ob sie nicht zu viel gesagt hatte, und wartete ab. Holger lächelte vergnüglich “also, wir hätten definitiv mitfahren sollen. Tolles Land...Vanessa?” - “Ihr macht es mit jedem???” - “Aber nicht doch. Mit engen Freunden, und das nur kurz, wirklich nicht oft, und wie eben, ohne Hände, nicht ins Bett, kein...wie sage ich das..” - “Nicht das volle Programm. Vanessa, das ist eine Begrüßung unter engen Freunden, da fängt keine Affäre an.” - “Das verstehe ich. Und die Frau bestimmt wann und mit wem. ..? Frauenherrschaft?” - “So auch nicht. Ich könnte auch ausweichen, zu verstehen geben, ich will das nicht. Du mußt das im Zusammenhang sehen, die können ja sowas wie Gedanken lesen. Man verständigt sich wortlos, ob ja oder nein.” Vanessa hellte sich auf. “Das ist richtig gut! Sag mir nur, wie definiert man ‘enge Freunde’ denn?” - “Da wird nicht definiert, das geht mehr mit dem Herzen. Alida, sag ich das richtig, wenn man sich voll und ganz vertraut, oder?” - “Genau das zeigen wir damit.” - “Und eben, da war kein volles Vertrauen.” - “Unsinn. Das war keine Begrüßung...wir haben geknudelt, und da gibt man sich doch nicht alles. Ihr werdet das auch nicht alles gleich durch ein paar Worte verstehen, man muß es wohl erleben - und auch so hat Norman schon einige Wochen gebraucht bis seine Augenbrauen nicht mehr ständig hochgingen.” - “Gut...Vanessa, erinneren wir uns kurz daran daß wir hier nicht auf einer dieser lockeren Parties sind.” Holger griff zu seinem Glas ”...aber ein paar Worte mehr würde ich schon gern hören.”

Ich mußte Alida zwischendrin den Begriff “klönen” erläutern, denn genau das taten wir jetzt. Die Themen wechselten ständig, jeder hatte etwas zu erzählen, und so ging das alles glatt, ohne weitere erstaunliche Berichte einer fernen Welt...ich konnte ja gut verstehen daß die beiden Mühe hatten, sich das vorzustellen. Immer wieder kam mir der Gedanke, daß wir die beiden eigentlich auf der Rückfahrt mitnehmen sollten - aber ich sagte nichts davon, außer Alida bekam das keiner mit. Sollten sie doch selbst fragen, ob das ginge.

Es ging bis in den frühen Morgen. Vanessa und Holger waren sehr interessiert, fragten viel und kamen am Ende auf Cualarin zurück. Sie bestanden darauf so schnell wie möglich dieses Getränk zu bekommen, und was soll ich sagen....es war acht Uhr morgens, als wir mit der Saskia ausliefen. Alida und ich etwas müde, Vanessa und Holger wahrscheinlich auch, aber total angestochen. Gut, sie mußten dann auch Algen fischen und in die Kühltruhe packen, wenn schon, dann holten wir uns einen Vorrat. Auf der Rückfahrt machte dann Alida einige erste Gläser, wir standen im Steuerhaus und warteten auf die Reaktion. Zunächst kam ja nicht viel, aber die belebende Wirkung zeigte sich schnell. Müde waren wir nicht mehr, und natürlich betrachtete sich Vanessa bald im Spiegel. Alida lachte “so schnell geht das doch nicht, Vanessa. Täglich mindestens ein Glas, und du wirst sehen.” Sie ließen sich noch einmal genau die Zubereitung erklären, fanden es einfach und nahmen sich einen großen Beutel Algen mit. Wir gingen heim, der Tag war gelaufen. “Das ist einfacher als ich dachte” meinte Alida und bekam zur Antwort, wenn alle Leute Freunde wären, dann wäre es so. “Dann muß man das eben hinbekommen” sagte sie einfach...kein Kommentar.

Hochzeit und Heimweh

Zwei Tage später war der große Tag. Die Zeremonie war zwar schlicht, aber die anschließende Feier gefiel Alida sehr gut. “das ist besser als bei uns” sagte sie als wir die letzten Gäste verabschiedeten “da gratulieren zwar alle, aber so eine Feier ist richtig gut. Daß wir dann auch noch Hochzeitsnacht hatten war für uns zwar nichts Neues, aber “auch das ist gut. Wären wir jetzt noch unerfahren, wäre die erste Vereinigung ja etwas kultiges, richtig feierlich.” - “Ja, warum denn nicht bei uns? Das machen wir so als wären wir so jung wie wir uns fühlen.” Ich trug sie also über die Schwelle, zog sie bei Kerzenlicht aus und umarmte sie als berührte ich sie zum ersten Mal. Sie war völlig verzaubert davon, es wurde eine wunderbare Nacht und sie so gelöst wie nicht mehr seit wir uns zum ersten Mal umarmt hatten. “ich hatte schon auch Gedanken, ob ich es richtig mache, mein Land zu verlassen und völlig neu anzufangen. Nun bin ich so froh, so froh...” Das mußte sie nicht sagen, ich sah es ihr an. r3

Auch was dann kam, die Hochzeitsreise, kannte sie nicht von daheim. Wir fuhren mit dem Auto, besuchten kurz Köln,  dann am Rhein nach Süden, alte Städte (für unsere Begriffe) und schließlich die Alpen, es war Winter, und sie außer sich vor Begeisterung über Schnee, Schlittenfahrten mit Pferden, und schließlich sogar vom Skifahren. Ich war da nicht so gut, sie eine Naturbegabung. Als wir dann auch noch auf einem zugefrorerenen See mit Schlittschuhen herumkurvten, kannte ihre Begeisterung keine Grenzen mehr. “das ist viel schöner als ich dachte” sagte sie immer wieder “vor allem diese grenzenlose Weite, kein Ende der Welt, und immer wieder ein anderes Land. So viel Platz, so viele unterschiedliche Menschen...grandios.” Dabei hatten wir bisher nur Deutschland bereist.  Ein bißchen Österreich, ein Eckchen Schweiz, und einige Tage Frankreich kamen dann noch, dann wollte auch sie zurück.

Einige Tage mußte ich sie tagsüber allein lassen, um einen Artikel zusammen mit Kollegen zu erarbeiten; sie durchstreifte die Stadt allein und kam gut zurecht. Drei Tage verbrachten wir in London, ich recherchierte Hintergründe für ein Interview, das ich dann in Brüssel hatte. Mehr Arbeit hatte ich mir nicht aufgebuckelt, wieder hatten wir viele Tage für uns; machten Spaziergänge am winterlichen Wattenmeer und gönnten uns lange, verschmuste Nächte. Bei all dem nahmen wir uns immer wieder Zeit für die Kultur , mal ein Museum, mal ein Konzert, oder auch Städte besichtigen. Sie genoß jeden Tag, und ich erst....es war wirklich ein neues Leben, mein früheres Dasein als einsamer Wolf kam mir längst töricht, leer und sinnlos vor - aber hätte ich es anders haben können? Ich hatte es mir nicht gewünscht, mich um einige Frauen bemüht, aber nie war das passiert was mich jetzt erfüllte. Und doch, obwohl sie nichts davon sagte, schlich sich Heimweh bei Alida ein. Es würde dumm klingen wenn ich sagen wollte, auch bei mir; aber da war etwas. Die offene Freundlichkeit von Avalonia fehlte mir, nicht sehr, ich war ja nicht lange dort gewesen; aber doch ständig, es war immer da. Offenbar hatten wir richtig eingeschätzt daß wir in der Zukunft Reisende sein und bleiben würden, mit einer Heimat im Süden und einer im Norden...

Vanessa und Holger hatten wir lange nicht gesehen. Es war ein Samstag mittag, als mich Vanessa anrief und ihren Besuch für den späten Nachmittag ankündigte. Na klar, wir bereiteten eine große Karaffe Cualarin zu und  waren einigermaßen gespannt was da kommen würde. An sich selbst bemerkt man Veränderungen ja nicht so, wenn sie langsam vor sich gehen...ich machte große Augen. Holgers kreisrunde Halbglatze war mit Flaum bedeckt, seine Haare wuchsen wieder. Vanessa sah aus wie ihre Tochter Helli...

Blumen, großes Hallo, und sein “hastes gesehen?” sein Finger deutete auf sein Schädeldach. Dann, so eine seltsame Befangenheit....”was ist denn, ihr zwei ?” Sie sagte nichts, er druckste. “ja..also...wir haben uns überlegt...” - “nun sag schon.” er wurde knallrot. “Ja..wir haben lange drüber gesprochen...können wir uns einmal so begrüßen wie Alida es uns erzählt hat?” Ich mußte grinsen, Alida hatte geschwiegen, aber sie mußte es ja gelesen haben. Sie nickte schon.. .”Vanessa, du auch?” - “Ja doch.” Meine Fresse, waren die zwei verlegen. Ich umarmte Vanessa, küßte sie zärtlich “ich hab’nichts drunter...mach du, ich bring das nicht.” flüsterte sie mir ins Ohr “..aber ich freu mich drauf.”  Nun hatten wir also Begrüßung auf avalonisch, und das hier in Hamburg. Es machte mich ein wenig nervös, ich befürchtete Ärger, Eifersucht...und genoß es sehr, Vanessa für einige Minuten haben zu können; sie nicht weniger, und zum Glück war Holger so froh Alida zu haben, daß er nicht eifersüchtig wurde...viel zu schnell war es vorbei, Vanessa und Holger knallrot, nervös, aber weder sauer noch sonstwie daneben. Vanessa, stolz wie Oskar...

Die zwei brauchten wirklich einen Drink, ich ging und holte die Gläser mit dem grünen Saft. Die waren schnell leer, dann machte Vanessa langsam ihre Bluse auf “seht euch das an... das Zeug ist ein Wunder.” Dann schloß sie die Knöpfe schnell wieder “und eben...es ist nicht nur körperlich, ich fühle mich auch wieder kräftiger, mutiger...auch wenn ich eben ganz schön Muffe hatte.” Alida lachte freundlich “und ich dachte, ihr wolltet es einmal so haben wie es bei uns ist.” - “Wollten wir ja auch..” sie lächelte auch wieder “um ehrlich zu sein, ich habe Holger überredet. Ich wollte. Er nicht so ganz.” Holger machte eine abwehrende Bewegung “Pure Vorsicht. Wir sind seit Ewigkeiten befreundet...” - “Das bleiben wir auch, keine Sorge, Holger. Noch ein Glas?” - “ich kann nicht genug bekommen von dem Zeug. Schmeckt ja nicht besonders, aber sieh mich nur an..und meine Frau... auch wenn es sie wohl mehr auf Touren bringt als mich, aber vielleicht kommt das  ja noch.” - “Bestimmt. Andererseits...an deiner Mentalität kann es natürlich nichts ändern.” - Was soll das denn heißen? Ich bin doch kein Spießer.” - “Noch nicht, aber du hattest fest vor es zu werden.” - “Unsinn. Wir wurden alt, und hatten uns damit abgefunden. Nun ist alles anders...ja meinst du denn, das würde mir nicht gefallen?” Ich ließ es lieber. Aber daß Vanessa Gas gab und Holger bremste, das war nun mal so, und nicht gerade neu. Bei ihrer Freude über die wieder straffe Brust hatte Vanessa wohl gar nicht bemerkt daß weitaus mehr geschehen war; Alida sagte es ihr “hast du mal auf deine Haare geachtet, und dein Gesicht? Oder hast du dich stundenlang auf jugendlich getrimmt?”  - “Keine Minute...ehrlich? Falten waren ja noch kaum da...” - “Falten nicht, aber...Norman, sag du was, du kennst sie länger.” - “Tja, Vanessa...was anders ist, kann ich nicht sagen; schau in den Spiegel. Aber es stimmt, nach achtundfünfzig siehst du wirklich nicht aus, auch wenn du nicht die Bluse aufmachst.” Vanessa ging raus und besah sich lange im Spiegel. Als sie wieder rein kam, sah man ihr die Freude deutlich an, aber sie sagte nichts weiter dazu.

Sie erzählten dann wie sie sich fitter fühlten seit sie Cualarin tranken “wir sammeln an jedem Wochenende Algen. Alida, du solltest ein Geschäft aufmachen, oder besser, eine Fabrik. Phänomenal, das Zeug. Gibt es noch weitere Wunder aus deiner Heimat?” - “Doch, schon. Aber davon zu erzählen wäre dämlich. Wenn ihr mal bereit seid so weit zu reisen, sagt es uns. Wir fahren bald wieder hin, nicht, Norman?” - “Klar, warum den Winter in Hamburg verbringen.” - “Ihr Glücklichen. Im Sommer...das ginge vielleicht. Mal sehen. Übrigens, wir haben schon einige Leute probieren lassen, von diesem Saft. Das ist euch doch recht?” - “Macht nur. Schaden kann es auf keinen Fall.” - “Das ist gut. Algen sind ja nicht gerade eine normale Kost.”

Es ging dann eine ganze Weile um gesunde Ernährung, Alida sagte etwas zum Thema Alkohol, und auch, daß viel Fisch die Wirkung von Cualarin noch verstärke, das Gespräch war sehr lebhaft, nur Vanessa nahm gar nicht daran teil. Das fiel auch Holger auf “Schatz, was ist?” - “Ach..nichts wirkliches. Aber das eben, das hat mich schon sehr beeindruckt.” - “Fang mir jetzt nichts mit Norman an..” - “Unsinn. So wenig wie du mit Alida. Nein, aber wenn ich das sagen darf ,  verbringen wir unser Leben womöglich zu unterkühlt? Alida, das mag jetzt eine typisch deutsche Frage sein...wie wichtig ist euch das? Ihr tut das nicht oft, hast du gesagt. Aber es hat doch eine starke Wirkung..jedenfalls auf mich.” - “Ja, weißt du, in unserem Alter nicht mehr so viel, aber wenn wir jünger sind..du mußt wissen, wir können gar nicht genug Kinder bekommen.” - “Ooops..unvorstellbar bei uns. Womöglich noch von einem Freund...” - “Das wäre völlig unwichtig. Naja, und es regt auch die Fantasie an. Und das tut jedem Paar gut.” - “Das kann man wohl sagen...als ob dieses Zeug da nicht ohnehin schon Wunder bewirkt hätte. Und..ich hab das doch richtig verstanden, Alida? Sogar wir zwei könnten...?” - “Auch das belebt das Liebesleben... mit dem eigenen Partner. Tja, und je mehr Liebesleben, desto mehr Kinder, umso mehr Leben in der Stadt, und es hält auch jung. Lesbische Frauen, wie ihr das nennt, kennen wir allerdings fast gar nicht.“

“Holger, hör dir das an. Bei uns läuft das falsch..alles voller Rentner, kaum Kinder..aber alle reden vom Sex.” - “Aber wir haben doch Kinder. Das war nie ein Problem für uns.” - “Aber für die Nachbarn. Ich will da mal hin, da können wir was lernen.” - “Haha, schick doch die Noltes hin, und die Braumüllers. Warum uns?” - “Weil ich das erleben will.” Sie stritten sich freundlich, aber heftig - Alida und ich hörten nur noch zu, amüsiert, aber auch zustimmend. Meine Lust auf eine baldige Reise wuchs schnell.  Aber der Abend war noch nicht zu Ende.

Alida holte neue Gläser Cualarin, kam rein, stellte sie auf den Tisch. Vanessa stand auf, es ging schnell. Sie umarmte Alida, küßte sie, faßte unter ihr Kleid und wollte sie sofort, hier und jetzt....und lag voll daneben. Alida wehrte sie ab “so geht das nicht, Vanessa. Vielleicht fragst du erst mal ob ich das auch will? Und hier, so als Show vor den Männern? Das bekommt ihr auf der Reeperbahn, ohne mich.” Vanessa, knallrot und unsicher, bekam den Mund nicht auf. Alida lachte leise “du kannst nicht so einfach die Kulturen wechseln wie du grünen Saft trinkst. Sollen wir zwei das unter vier Augen klären?” Vanessa nickte - Alida verschwand mit ihr im Nebenzimmer.

Holger war dann doch verwirrt, strich sich Haare aus der Stirn “muß ich mir wirklich keine Sorgen machen?” - “Holger, sag mal, könnte es sein daß du Vanessa vernachlässigt hast?” - “Ach du weißt doch wie das ist..nein, du weißt es nicht...wir sind schon so lange verheiratet. Da läßt das nach...” - “bei Vanessa sichtlich nicht.” - “Ja, ich wundere mich auch, bei mir tut sich auch wieder mehr..dieses Zeug ist klasse...aber was da losgeht, bei Vanessa, das macht mir Sorgen. Erst will sie mit dir, na gut, sage ich, einmal, und mal Alida im Arm zu haben ist ja keine üble Sache...pardon...aber jetzt das? Die benimmt sich wie eine ganz junge Frau. Und was für eine...” - “Nun laß aber gut sein, das klingt ja als wäre das schlecht. Neulich hast du mir gratuliert weil du dachtest Alida wäre ganz jung.” - ”Stimmt auch wieder. Also dir macht das keine grauen Haare?” - “Siehst du welche? Die sind verschwunden. Nein, im Gegenteil. Bei dir sind sie auch bald weg, du wirst auch jünger, aber es kommt mir vor als würde dich das ärgern.” - “Wie du das sagst...soll ich jetzt anfangen, Nachbarinnen zu vernaschen??” - “Nein, Vanessa. Bis ihr beide genug habt.” - “Wir reden wie damals am Gymnasium.” - “Na, und? Bist du so abgeklärt daß du deine Frau nicht mehr lieben willst?” - “Mistkerl. Stimmt. Gib mir noch so ein Glas.”

Wir tranken, er hatte mich verstanden. Es wurde ihm aber doch zu lang, die Sache war ihm unheimlich. Erst fuhr er sich mehrmals durch die Haare, dann hätte er fast sein Glas fallen gelassen, dann machte er endlich den Mund auf. “Kann das sein daß sie jünger geworden ist, und ich nicht? Sie sieht so aus, und ist so leidenschaftlich...”- “Spinner.” - “Danke. Ich kenne meine Frau nicht mehr.” - “Da soll Neugier was nutzen.” - “Ich lerne meine Frau neu kennen...tssss... .aber du hast Recht, warum nicht. Ich hatte mir das Rentnerleben anders vorgestellt.” - “Langweiliger.” - “das kannst du laut sagen. Also jetzt sagst du das auch, Vanessa nervt mich seit Tagen damit, von wegen Spießer. Stimmt doch nicht, aber muß ich gleich den verrückten Jugendlichen geben, nur weil ich mich wieder besser fühle?” - “Nein, aber vielleicht traust du deinem Glück nicht so ganz? Und spielst ein wenig den Scheintoten weil du befürchtest, das hält nicht an? Ist es das?” - “Zum Teufel mit eurer Gedankenleserei...ja, genau das ist es. Und du sagst, das ist nicht wie eine Droge, heute gut und morgen aus?” - “Ganz sicher nicht. Aber nochmal, die Unterschiede zwischen euch werden nicht verschwinden. Vanessa ist unternehmungslustig, du - höflich gesagt - eher zu vorsichtig. Das bleibt so, aber das bist du doch gewohnt.” - “Jaja, sicher bin ich das. Ich liebe sie, aber sie ist anstrengend.” Dabei lächelte er allerdings ganz freundlich.

Das konnte er dann gleich beweisen...

Alida und Vanessa kamen leise wieder rein, Vanessa wieder entspannt und lächelnd, aber dann holte sie tief Luft...”Holger, hör mal. Es wird sich was ändern .” - “Ja??” Ich warf ihm einen Blick namens “Vorsicht, Holger!!” zu, er nickte leicht “Scheiß-Frauenkränzchen, Scheiß-Kegelclub, Scheiß-Fernsehen.  Körperlich jünger, aber sonst alles beim Alten? Ohne mich. Wenn ich nicht einmal am Tag Herzklopfen bis zum Hals bekomme, streike ich. Komm aus den Puschen, Holger. Es geht noch mal los...bist du dabei?”  Holger seufzte etwas übertrieben, sah mich an, ich zwinkerte ihm zu....

“Ja, Schatz. Ich bin dabei.” sagte Holger und sie ging wieder zu ihm, aber bald darauf gingen sie. Wir hatten den Eindruck, sie hatten es eilig.

 

Erneuter Aufbruch

“Sei ein bißchen vorsichtig mit dem missionieren, Alida” sagte ich sofort als wir wieder allein waren “Holger war eben ganz schön unsicher, ob er seine Frau noch versteht. Die zwei sind zwar unzertrennlich, aber sie ist wohl beweglicher als er. Das kennt ja auch keiner hier, daß er plötzlich wieder so kräftig und unternehmenslustig wird wie mit zwanzig.” - “Ich weiß, ich weiß. Bei uns gibt es das aber auch nur selten; wir leben ja von Anfang an mit unserer Nahrung. Wir kennen das aber von den Neubürgern, das geht vorbei, glaub mir.” - “Gut, aber mach ihnen nicht noch mehr Tempo. Wenn sie wirklich interessiert sind, können sie sich sicher leichter umstellen, wenn sie sich voll drauf einlassen. Also Avalonia einmal besuchen. Hier ist es doch so, sie lernen etwas Neues, und können es nicht leben, weil ihre ganze Umgebung sich nicht mit ihnen verändert. Und, ganz ehrlich, öfter möchte ich nicht hier hausintern ein wenig Avalonia spielen. Ist es denn wenigstens mit Vanessa ohne Unsicherheiten klar gegangen?” - “Nicht so ganz, sie hat sich auch Gedanken gemacht ob sie das machen kann, mit mir... wo sie ihren Holger doch sehr liebt. Sie sieht das wie wohl viele hier, entweder so oder so. Das ist zu streng, habe ich gesagt, niemand will daß du Holger verläßt. Und Holger will sicher auch nicht, daß du so tust als würdest du nicht auch Gefühle hast die sich nicht auf ihn beziehen. Es ist doch nur wichtig, daß ihr zwei den Weg weiterhin zusammen geht...ich habe ihr etwas erzählt, von uns, daß wir das mühelos hinbekommen und sogar so etwas wie Scheidung so gut wie unbekannt ist.  Sie hat gestaunt, versteht aber daß es möglich ist; eben ohne dieses entweder-oder- Denken. Sie kann das, er wird es von ihr lernen.” ernstes Gespräch mit grünem Saft

“Das denke ich auch, aber laß ihnen Zeit. Und vergiß auch nicht, daß bei euch noch so manches ganz anders ist als hier, nicht nur was die Erotik angeht...es wäre nicht schlecht wenn die beiden davon auch erführen.  Ich wäre auch froh wenn wir zwei jetzt mal egoistisch sind und hauptsächlich an uns denken.” - “Einverstanden. Du, können wir das nicht in meiner Heimat tun? Bis der Winter hier vorbei ist?” - “Sehr gern, ich wollte das auch vorschlagen. Aber nicht wieder mit dem alten Kahn, okay? Macht dir fliegen etwas aus?” - “Naja, mit diesen Brummvögeln...schön ist das nicht, aber schneller. Einverstanden. Ist aber etwas schwierig, wir müßten nach Stanley und dann der britischen Überwachung entkommen.” - “Das laß mich mal machen. Was meinst du, wie oft ein Journalist das tun muß, um mit Leuten zu sprechen die nicht so furchtbar beliebt sind. Das kriegen wir hin.” - “Ja dann - was hält uns hier?” - “Nichts. Morgen?” - “Ja.”

Ganz so einfach war das nicht. Von Hamburg aus, überhaupt von Deutschland, gehen keine Flüge zu den Falklands. Wir mußten nach London, und dort lange warten. Zwei Tage saßen wir in einem Hotel, dann bestiegen wir eine uralte Propellermaschine, und dröhnend laut ging es ab nach Süden. Die Kiste war halb leer, viel Verkehr findet nicht statt zum Ende der Welt. Wir schliefen bald so halb, zum Reden war es schlicht zu laut - zum schlafen aber auch. Der Tag ging komplett drauf, mit Brummschädel und total müde standen wir auf dem Flughäfelchen dieses Provinzkaffs Stanley. Dann kam die Bürokratie mit voller Wucht, der “Zoll” - der britische Secret Service - stellte Fragen über Fragen, wo wir hin wollten, wen wir hier kennen, wie lange wir bleiben, wie viel Geld wir hätten, Beruf, Arbeitgeber...es nahm kein Ende. Schließlich packte mich die beruflich gut eingeübte Wut, ich reagierte wie bei ähnlichen Vorgängen in China, Moskau oder Korea - berief mich auf die Verfassung, erklärte, wenn man uns hier nicht haben wolle, solle man uns sofort ausweisen oder den Unfug beenden, so oder so würde ich publizieren was mir hier so begegnet. Alida wurde ganz nervös, eine solche Gangart hatte sie nicht drauf. Der Officer aber kannte das schon, stand auf und ging zu seinem Vorgesetzten. Die redeten dann auch noch fast eine Viertelstunde, der ältere sah sich meinen Paß an, stempelte ein Visum rein, machte ein Handzeichen, und auch Alidas Paß bekam den Stempel. Wir waren durch.

Natürlich waren dann zwei unauffällige Herren hinter uns als wir die Straßen von Stanley betraten. Wir ließen uns nichts anmerken, gingen in die Stadt und suchten uns einen Pub. Ich brauchte nicht lange, bis ich einen Fischer gefunden hatte der bereit war uns zu fahren, ein paar Pfund, und alles klar. Er sagte es mir, ich wußte es ja: wir mußten diese Schnüffelnasen loswerden. Die saßen auch im Pub, an der Theke, und taten so als würden sie sich besaufen....nun, das war ja ein Angebot. Die zwei waren etwas verwundert als ich zu ihnen ging und ihnen schlicht erklärte, wenn sie uns schon überwachten, könnten wir auch zusammen sitzen und uns gut unterhalten; aber sie waren natürlich einverstanden. Allzu helle waren diese Typen nicht, kamen an unseren Tisch, ließen sich in ein Gespräch verwickeln, wollten natürlich einiges über uns wissen und wurden auch bedient -  ich hatte ja nichts zu verbergen, also erzählte ich ihnen was ich so beruflich machte, wen ich so alles schon interviewt hatte..nur nichts von unserem Ziel hier. Sie kamen von selbst drauf, ich hatte nichts derartiges gesagt, sie nahmen bald an ich wollte untersuchen ob die hiesige Bevölkerung zufrieden wäre oder lieber heim nach England wollte...ich nehme an, das war ihr dringendster Wunsch. Jedenfalls unterhielten wir uns bestens, und die zwei waren bald hinüber, hingen total besoffen auf ihren Stühlen, weggetreten und friedlich. Ich war auch ganz schön angetrunken, aber es ging noch....

“Du hast die ja total eingewickelt “ staunte Alida als wir etwas schwankend zu Hafen gingen. “Ja, was denkst du denn wie man Sachen herausbekommt, ohne direkt verstehen zu können?” Sie lachte sich krumm, es hatte ihr Spaß gemacht, sie hatte sich kräftig beteiligt..etwas zu kräftig, für ihre geringe Erfahrung mit Alkohol. An der Kaimauer ging sie dann “Fische füttern”, dann ging es ihr besser. McSwaggart, der Fischer, wartete schon. “Adarnia? Na, sie müssen ja wissen was sie tun. Was gibt es denn auf Adarnia? Nichts, denke ich.” - “Doch, Freunde von uns.” - “Das müssen Idioten sein. Adarnia, nein...Stanley ist ja schon übel, aber Adarnia? Da gibt es keinen Pub, kein Geschäft, nicht nicht mal einen richtigen Hafen.” - “Doch, einen schon. Ich zeig’s ihnen. Finden sie erst mal die Insel.” - “Die ist leicht zu finden. Nach Westen bis nichts mehr ist, dann nach Süden, bis man verdammt aufpassen muß daß man nicht auf ein Riff kracht. Ja, und dann..müssen sie die Klippen raufklettern oder es stimmt, mit dem Hafen.” Er sagte nichts mehr, ich versuchte zwischen dunkelblauem Himmel und dunkelblauem Meer etwas zu erkennen, aber dazu hätte ich wohl Radar gebraucht. McSwaggart hatte nichts an Bord, noch nicht einmal Positionslichter; wie er sich orientierte, war mir ein Rätsel. Motor, Steuer - sonst nichts. Aber er fand seinen Weg.

Nebel, eintöniges Geblubber von einem kleinen Motor. Lange ging das so, es wurde schon grau am Horizont als Adarnia in Sicht kam. Ich hatte sofort wieder dieses hab-acht-Gefühl, aber der alte Seebär winkte ab “nicht heute. Bei denen ist irgendwas im Gange, die sind alle zusammen gerufen worden. Inspektion oder so...geht mich nichts an. Wo ist jetzt ihr Hafen?” - “Auf diese Klippen zu, und langsam. Sie werden sehen.” Er sah, und fluchte. Verdammt eng, und ziemlich hoher Seegang....dann ein erstaunter Pfiff “das ist ja...da kommt einer aus dem Norden und zeigt mir den schönsten Hafen den man sich denken kann.” - “fahren sie zu dem kleinen Strand da rüber.” - “ja, wohin auch sonst.” Die Höhle sah man wirklich nicht, und ich erwähnte sie auch nicht. Zwei Boote lagen halb hochgezogen, McSwaggart legte an “bekomme ich hier was zu trinken?” - “Ich denke schon. Kommen sie.” Er sah sich erstaunt um “das geht mir an die Ehre, wissen Sie. Ich dachte, ich kenne diese Inseln wie meinen Kahn...und weiß nichts von diesem Hafen. Ist da noch mehr auf Adarnia, was ich kennen sollte?” Alida war schneller als ich. “Das kommt ganz darauf an was sie vom Leben erwarten, wissen sie. Es gibt überall etwas zu entdecken.” Ich war schon bereit ihr in die Parade zu fahren, aber mehr sagte sie nicht und McSwaggart begriff nicht, dachte wohl nur an einen Whisky. “Das haben sie schön gesagt, Madam. Aber sie werden entschuldigen, wenn es einen guten Schluck hier gibt, reicht mir das völlig. Adarnia, Stanley...ich wollte ich wäre daheim in Inverness.”

Da konnten wir ihm nun wirklich nicht helfen.

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